Lerncafe

Niedersachsen 2010 - Gedanken zur Bio-Abiturprüfung

2010 ist ein ganz spezielles Abitur in Niedersachsen. Der letzte Jahrgang "G9" macht Abitur. 2011 sind "G8"- und "G9"-Jahrgänge am Start.

Auch was das Fach Biologie angeht ist 2010 ein ganz besonderer Jahrgang. Dieses Jahr fällt die Evolution aus den Themenschwerpunkten. Es bleiben "Stoffwechsel des Menschen", "Gesundheit des Menschen" und "Ökologie".

Im Vergleich zu den Vorjahren auch hier diverse Unterschiede:

Stoffwechsel des Menschen

Wie der Titel sagt ist dieses Jahr der Mensch in den Vordergrund gerückt. Fotosynthese (lange Jahre ein Hit was die Abiprüfung angeht, kaum ein Jahrgang ohne Fotosynthese und C3/C4-Pflanzen) ist nicht in den Schwerpunkten. Damit auch keine Fotosyntheseaufgaben verknüpft mit der Ökologie....

Wie gesagt, die Konzentration dieses Jahr ganz auf den Menschen:

  • Glykolyse bis Atmungskette
  • Regulation der Pyruvat-Dehydrogenase
  • Muskulatur/Gleitfilamentmechanismus
  • Phasen der Energiebereitstellung.....um nur einige der Themen zu nennen

Gesundheit des Menschen

Immunolgie und Neurobiologie sind mehr oder weniger identisch mit den Schwerpunktinhalten des BioAbi 2009.

  • Aktivierung des Immunsystems
  • die unterschiedlichen Zellen des Immunsystems
  • ELISA
  • und für die Neurobiologie
  • Nervenzelle (Betonung auf Lichtsinneszelle besonders im eA!)
  • Ruhe- und Aktionspotential
  • Synapsen
  • Verrechnung....

Ökologie

Im Jahr 2010 weg von den terrestirischen Ökosystemen hin zu den aquatischen!

  • See und Fließgewässer, auch Ozean
  • Osmoregulation von Salz- und Süßwasserfischen
  • Kläranlagen und Flußrenaturierungen

neben den altbekannten Schwerpunktthemen wie ökologische Potenz, Population, Lotka-Volterra usw....

Gedankenexperiment Abituraufgaben für 2010

So: nun will ich ein wenig meine Gedanken "spinnen" lassen, was denn so eine Interessante Aufgabe sein könnte in 2010...

:

  • Neurobio/Stoffwechsel: Energiebereitstellung für Muskelatur/Muskeltypen verknüpft mit Problemen bei der Nervenweiterleitung wie z. B. Tetanus
  • Stoffwechsel/Öko: Unterseeische heiße Quellen/extrem angepasste Mikroorganismen/Ebenen Produzenten, Konsumenten, Destruenten; Stoffwechselvorgänge
  • Stoffwechsel/Immunologie: Diabetes mellitus als Stoffwechselkrankheit, Ursache Autoimmunreaktion...oder andere Stoffwechselkrankheiten
  • Stoffwechsel/Immunologie: Muskel/Gleitfilamentmechanismus/Immunkrankheit wie Muskeldystrophien oder Multiple Sklerose (combi Neurobio, da gestörte Weiterleitung)
  • Stoffwechsel/Ökologie: Möglichkeiten der Wärmeproduktion über Atmungskettenvarianten kombiniert mit Regelkreis für Wärmeregulation
  • Ökologie/Neurobiologie: Menschliche Eingriffe in Ökosysteme wie z.B. See; einleiten von Giften, die auf Lebewesen z.B. als Synapsengifte wirken...
  • Immunologie/Neurobiologie: Nachweis von Drogen über ELISA-Test, Wirkungsweise von Drogen z.B. an Synapsen

Hinweis: die Osmoregulation der Fische ist nur 2010 in den Schwerpunkten!!!! Vielleicht ist das ein Zeichen!

 

Viele Erfolg!

BioAbi 2010 - Die Themenschwerpunkte in Niedersachsen!

Niedersachsen schreibt das erste BioAbi ohne den Themenschwerpunkt Evolution!

Dafür gibt es dieses Mal eine Stoffkonzentration zum Thema Mensch in Sachen Stoffwechsel und Immunologie und auch Ökologie! Man darf auf Aufgaben aus diesem Bereich gespannt sein. Alle Angaben entsprechen denen des Niedersächsischen Kultusministeriums.

Thematischer Schwerpunkt 1: Stoffwechsel des Menschen

1. RRL-Baustein: Zellatmung und Gärung

 
Bau und Funktion von Mitochondrien: 
• Elektronenmikroskopisches und schematisches Bild, Kompartimentierung, Struktur-
Funktionsbeziehung
• Endosymbiontenhypothese am Beispiel der Mitochondrien.
 
Prinzipielle Reaktionen in Glykolyse, Tricarbonsäurezyklus und Endoxidation:
Umgehen können mit vorgegebenen Summen- und Strukturformeln sowie komplexen Abbauwegen im
C-Körperschema:
• Aerober Abbau von Glucose: Glykolyse, oxidative Decarboxylierung, Tricarbonsäurezyklus,
Elektronentransport der Atmungskette über Redox-Systeme, chemiosmotische Bildung von
ATP
• Anaerober Abbau von Glucose: Milchsäuregärung
• Zusätzlich im Unterricht auf erhöhtem Niveau: Regulation der Pyruvat-
Dehydrogenaseaktivität, NADH als allosterischer Hemmstoff.
 
Stoff- und Energiebilanz:
• Stoff- und Energiebilanz des anaeroben und aeroben Abbaus sowie der Teilprozesse.
 
2. RRL-Baustein: Spezielle Aspekte des Energieumsatzes
 
Energetische Koppelung:
• ATP als Bindeglied zwischen Energie freisetzenden und Energie benötigenden Prozessen
(siehe RRL-Baustein Sportbiologie).
 
Verbrauch von Adenosintriphosphat (ATP) bei einem Anwendungsbeispiel: 
• (siehe RRL-Baustein Sportbiologie).

3. RRL-Baustein: Sportbiologie
 
Physiologische Aspekte:
• Sauerstoffaufnahme, -transport und -abgabe, Sauerstoffbindungskurven von Hämoglobin und
Myoglobin
• Feinbau und Funktion des quergestreiften Muskels einschließlich der Ebene der Filamente
• Molekulare Grundlagen der Muskelkontraktion
• Energetische Prozesse bei der Muskelkontraktion, Phasen der Energiebereitstellung
• Zusätzlich im Unterricht auf erhöhtem Anforderungsniveau: Temperaturregulation beim Men-
schen unter Anwendung des kybernetischen Regelkreises.

Thematischer Schwerpunkt 2: Gesundheit des Menschen 

 
1. RRL-Baustein: Immunreaktionen
 
Zelluläre und humorale Immunantwort:
• Entstehung und Funktion von B- und T-Lymphozyten, Makrophagen
• Verknüpfung humoraler und zellulärer Immunantwort
• Primär- und Sekundärantwort, Immungedächtnis
• Aktive und passive Immunisierung
 
Bau und Funktion von Antikörpern:
• Struktur-Funktionsprinzip am Beispiel der IgG-Antikörper 
• Antigen-Antikörper-Reaktion: Agglutination, Neutralisation, Präzipitation. 
 
Vielfalt von Antikörpern und Immunzellen:
• Klonale Selektion.

2. RRL-Baustein: Moderne Analysemethoden der Biologie
 
• zusätzlich im Unterricht auf erhöhtem Anforderungsniveau: Prinzip der Herstellung monoklo-
naler Antikörper, ELISA-Test.
 
 
3. RRL-Baustein: Reizaufnahme, Erregungsbildung und -weiterleitung 
 
Bau von Sinnes- und Nervenzellen:
• Nervenzelle und menschliche Lichtsinneszelle, Struktur- und Funktionsbeziehung.
 
Umwandlung von Reiz in Erregung (Rezeptorpotenzial):
• Adäquater Reiz, Schwellenwert, Rezeptorpotenzial, Codierung
• Zusätzlich im Unterricht auf erhöhtem Anforderungsniveau: Molekulare Grundlagen der Ent-
stehung des Rezeptorpotenzials am Beispiel der menschlichen Lichtsinneszellen.
 
Erregungsleitung (Ruhepotenzial, Aktionspotenzial):
• Ruhepotenzial: Ionenverteilung, Na+-K+-Ionenpumpe, Einstellung des Gleichgewichtszustan-
des
• Aktionspotenzial: Ionenströme, Schwellenpotenzial, Alles-oder-Nichts-Gesetz, Phasen eines
Aktionspotenzials, Refraktärphase
• Kontinuierliche und saltatorische Leitung.
 
Synapsenvorgänge und Verrechnung:
• Bau und Funktion von Synapsen: Erregende und hemmende Synapsen, Transmitter, Motori-
sche Endplatte
• Postsynaptische Potenziale, zeitliche und räumliche Summation.

 

Thematischer Schwerpunkt 3: Aquatische Ökosysteme

 
1. RRL-Baustein: Reaktionen von Lebewesen auf Umweltfaktoren
 
Ökologische Toleranzen:
• Toleranzkurven, stenök, euryök, ökologische Potenz
• Angepasstheit von Lebewesen an Temperaturgrenzbereiche aquatischer Ökosysteme
• Zusätzlich im Unterricht auf erhöhtem Niveau: Osmoregulation bei Meeres- und Süßwasserfi-
schen.
Variabilität:
• Genetische und modifikatorische Variabilität.
 
 
2. RRL-Baustein: Wechselwirkungen zwischen Lebewesen
 
Nahrungsbeziehungen:
• Nahrungskette, Nahrungsnetz; Produzenten, Konsumenten verschiedener Ordnung und De-
struenten in ihrer funktionellen Bedeutung in einem aquatischen Ökosystem.
 
intra- und interspezifische Konkurrenz:
• Konkurrenzvermeidung, Konkurrenzausschlussprinzip und ökologische Nische.
 
Populationsdynamik:
• Entwicklung von Populationen, Lotka-Volterra-Regeln.

3. RRL-Baustein: Veränderungen von Ökosystemen
 
Anthropogene Einflüsse:
• Struktur eines Sees: Gliederung, Lebensgemeinschaften, See im Wechsel der Jahreszeiten
• Natürliche und anthropogene Eutrophierung eines Sees
• Stickstoffkreislauf im Ökosystem See: Ammonifikation, Nitrifikation, Denitrifikation, Stickstofffi-
xierung und -assimilation, Kenntnis entsprechender Moleküle und Ionen
• Wirkungsweise einer Kläranlage.
 
 
4. RRL-Baustein: Naturschutz und Landschaftspflege
 
Ökologische Bewertung von Landschaftsbestandteilen:
• Bewertung von Fließgewässern: Verfahren zur Ermittlung der Gewässergüte, abiotische und
biotische Parameter, Gewässerstruktur.
 
Arten- und Biotopschutz:
• EU-Wasserrahmenrichtlinie: Ziele, Maßnahmenkatalog zur Optimierung der Gewässergüte
• Zusätzlich im Unterricht auf erhöhtem Niveau: Renaturierung von Gewässern am Beispiel ei-
nes Fließgewässers.

 

Alle geforderten Themenbereiche werden durch BioAbi-Lernkarten und BioAbi-Wissenstest abgedeckt!

Bio Abi in Hessen 2010

Liebe Abiturlerner,

für Schülerinnen und Schüler in Hessen steht das Abitur nun wirklich sprichwörtlich "vor der Türe". Am 12. März finden die schriftlichen Prüfungen im Fach Biologie statt. Zeit für tutor2go und Abiturlernen.de einen Blick in die Handreichungen von 2009 und 2010 zu werfen um mögliche Themen als "hot spots" zu markieren oder andere als weniger interessant auszuklammern. Im folgenden Text werden alle Punkte die aus den Handreichungen 2010 "rausfallen" in rot markiert, alles was neu dazukommt in blau!

 

Beginnen wir mit der Entwicklungsbiologie:

In fast allen Punkten stimmen die Handreichungen aus 09 und 10 überein. Allein das reproduzierbare Wissen über "Grober Überblick von der Befruchtung zur Blastocyste" sind in 2010 neu in die Handreichungen gerutscht. Das gilt für Grund- und Leistungskurs gleichermaßen, der Leistungskurs muss einen "groben Überblick" bis zur Ausbildung der Keimblätter in seinem reproduzierbaren Wissen haben.....


"Gewebekulturen" fallen 2010 im reproduzierbaren Wissen raus (GK und LK).

Molekularbiologie:

Auch hier viel Übereinstimmung: aber das "Prinzip der Gensonden" ist im vergleich zu letztem Jahr stärker betont, die PCR wird unter "Versuche zur Gentechnik/Methoden" neu genannt!

Ökologie:

Während die Angaben zu biotischen Umweltfaktoren gleich bleiben, werden in 2010 die Namen "Bergmannsche Regel und Allensche Regel" definitiv in den reproduktiven Wissensfeldern benannt.
Das Ökosystem See, das im letzten Prüfungsjahr komplett neu hinzugekommen war, bleibt genau wie 2009 in Formulierung und Stoffkenntnis. Unter dem Stichwort "Stoffkreisläufe..." werden die Toleranzkurven neu in die Liste der reproduktiven Kenntnisse aufgenommen.

Bei der Fotosynthese kommt die Fotolyse, die Wasserspaltung unter Einsatz der Energie aus dem Sonnenlicht neu dazu.

Neurobiologie:

Für den Leistungskurs kommt das "second messanger Prinzip" als reproduzierbares Wissen dazu! Ebenso sind "Nervennetze" und "Strickleiternervensystem" in den Handreichungen von 2010 namentlich genannt. Dafür fällt die Zusammenarbeit von Hormon- und Nervensystem als rein reproduzierbares Wissen weg.

Verhalten:

Keine Veränderungen gegenüber den Handreichungen 2009.

Fazit:

Insgesamt ist es kaum möglich eine "Vorhersage" zu den Themen im BioAbi 2010 zu treffen. Keiner der Schwerpunkte kommt neu dazu, nichts fällt offensichtlich "ins Auge" ausser der oben in blau gekennzeichneten Stichpunkte. So leid es mit tut: Liebe Hessen, Sie müssen wohl auf Alles vorbereitet sein!